Evakuierungsübung

Evakuierungsübung

Evakuierungsübungen stellen sicher, dass im Ernstfall das Gebäude schnell geräumt werden kann. Werden diese Übungen richtig geplant und ausgeführt, können die typischen Fehler von vornherein vermieden werden.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet sicherzustellen, dass im Gefahrenfall die Gebäude schnell geräumt werden können. In einer solchen Situation darf keine Zeit verloren gehen. Jeder Mitarbeiter muss instinktiv wissen, was zu tun ist. Damit dies der Fall ist, steht an erster Stelle eine theoretische Einweisung, in welcher beispielsweise die Evakuierungssignale, die Aufgaben von Brandschutzhelfern, Stockwerksbeauftragten und Gebäudebeauftragten erläutert werden.
Diese Personen sichern die Evakuierung des ihnen zugewiesenen Bereiches und unterstützen beispielsweise Verletzte oder Behinderte. In der Praxis hat es sich bewährt, diese Personen besonders zu „kennzeichnen“. Warnwesten, wie sie im Pkw zu finden sind, stellen eine wirkungsvolle und preiswerte Maßnahme dar.

Anhand von Flucht- und Rettungsplänen erläutern wir die zu Verfügung stehenden Flucht- und Rettungswege. Bei einer anschließenden Begehung in einer Gruppe werden diese dann jedem Mitarbeiter gezeigt, und eventuelle Hindernisse die sich auf diesen befinden aufgezeigt, dass im Ernstfall auch jeder Handgriff sitzt. Dies geschieht mit einer Begehung aller vorhandenen Fluchtwege vom Arbeitsplatz bis zum Sammelplatz. Die Praxis zeigt, dass Mitarbeiter bei der Flucht immer vertraute Wege vorziehen. Alternativen sind oft unbekannt.

Fehlverhalten aufzeigen

Wo Menschen sind, passieren auch Fehler.
Bei der gemeinsamen Begehung werden diese aufgezeigt und in der Gruppe besprochen.


Typische Fehler sind:

  • Hektisches Verhalten
  • Nutzung von Aufzügen
  • Nutzung falscher Wege (Rolltreppen)
  • Verbleiben am Arbeitsplatz
  • Einsammeln vermeintlich wichtiger Dinge
  • „Retten“ des eigenen Pkw aus der Tiefgarage
  • Unerlaubtes Verlassen des Betriebsgeländes

Angekündigte Übung

Ist die theoretische Unterweisung aller Mitarbeiter abgeschlossen, wird eine durch die Geschäftsleitung angekündigte Übung durchgeführt. Es empfiehlt sich hier, nicht den genauen Termin anzukündigen, sondern nur den Tag bzw. die Woche. Diese angekündigte Übung hilft Fehler festzustellen, welche anschließend analysiert werden. Unsere Beobachter werden an „neuralgischen“ Punkten postiert, um beispielsweise die Nutzung von Aufzügen feststellen zu können. Angekündigte Übungen werden so lange wiederholt, bis diese positiv verlaufen. Wichtig ist auch, dass die Mitarbeiter Ruhe bewahren. Eine Gebäuderäumung ist dann erfolgreich, wenn alle Beteiligten sich ruhig verhalten. Die Panik einer einzelnen Person kann zum Misserfolg einer ganzen Übung führen.


Reale Übungen

Nur durch reale Übungen können Fehler festgestellt und im Ernstfall vermieden werden. Um diese Übungen so realistisch wie möglich zu gestalten, werden immer wieder unangekündigte Übungen durchgeführt. Die realen Übungen führen wir erst dann durch, wenn die oben beschriebenen Punkte abgearbeitet und Unfallgefahren ausgeschlossen sind. Wird diese Übung im Zusammenspiel mit der Feuerwehr gemacht, so ist die reale Wirkung umso besser. Reale Übungen sollten etwa ein Mal pro Jahr abgehalten werden.

 
Der Sammelplatz

Alle Mitarbeiter sollen sich am Sammelplatz einfinden. An diesem muss mit vorbereiteten Checklisten überprüft werden, ob alle Mitarbeiter das Gebäude verlassen konnten. Die Abfrage kann z. B. stockwerks- oder abteilungsweise erfolgen. Der Stockwerksbeauftragte, der z. B. die Überprüfung vornimmt, gibt die Information an den Gebäudebeauftragten. Von diesem kann dann die hoffentlich vollständige Gebäuderäumung der Feuerwehr gemeldet werden.

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